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Brauchtum

Brauchtum und Geschichte des Oelder Pfingstenkranz Der Tanz um den Oelder Pfingstenkranz ist wohl viele Jahrhunderte alt. Wie der Brauch in Oelde entstanden sein könnte, sich entwickelt hat und erhalten blieb, darüber gibt es allenfalls Vermutungen. Im Oelder Pfingstenkranzheftchen, 1950 herausgegeben, wird das Brauchtum wie folgt erklärt: "Der Pfingstenkranz stammt aus der Zeit des Wotankults unserer Altvorderen, wo alljährlich im Wonnenmonat das 'Mai- und Blumenfest' gefeiert wurde. Wotan war der Hauptgott unter den Göttern der Germanen, der Gott der Ernte, des Ackerbaus und der Viehzucht. Die größte Rolle auf dem Maifest, der Freude über das Erwachen der Natur Ausdruck geben sollte, spielte der Mailbaum, in seiner ursprünglichen Form eine mit Bändern und Fähnchen geschmückte Birke (das Symbol der Gesundheit und der Fruchtbarkeit, der heilige Baum Freyas), die in vielen Gegenden unter Gesang von Haus zu Haus getragen und zuletzt auf dem Marktplatz des Ortes aufgestellt und von jung und alt bis in die Nacht hinein umtanzt wurde. Dieser Maibaum ist unserer Pfingstenstuhl. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt der Maibaum einen christlichen Einschlag, und die uralten Lieder, die der Naturverehrung dienten, wurden vermischt mit Liedern der christlichen Religion " Niemand hat bisher eindeutig klären können, ob hier oder wo die Ursprünge des Pfingstenkranzes zu finden sind. In Oelde hat sich dieses uralte Brauchtum erhalten; weit und breit im Umkreis kennt man den Pfingstenkranz sonst nicht. Auffallende Ähnlichkeiten sind jedoch mit den Lambertifeiern festzustellen, wie sie alljährlich Mitte September in Münster und im Münsterland stattfinden.
Für die Oelder "Eingeborenen" sind Pfingsten und der Pfingstenkranz von jeher ein Begriff. Insbesondere die Jugend hat sich diesem Brauchtum stets leicht getan, ist sie es doch, die hier ihrer Lebensfreude übermütig Ausdruck geben kann. Die ältere Generation verhält sich etwas reservierter, zumeist dann, wenn jugendlicher Überschwang das alte Brauchtum auf seine, auf heutige Weise interpretieren möchte. Heutzutage ist das in Oelde selbstverständlich alles anders. Nur der Pfingstenkranz ist weiterhin jener pyramidenförmige, vielleicht zwei bis drei Meter hohe, aus drei Fitzebohnenstangen oder Holzbalken gebildete Dreifuß geblieben, der in der Spitze zusammengebunden und durch Querbalken Standfestigkeit bekommt. So oder ähnlich wird das Holzgestell seit alten Zeiten gezimmert, bevor es mit Birkengrün (heute meist Tannengrün) umwickelt, mit Fähnchen besteckt und mit Fackeln behängt wird, die den Pfingstenkranz am Abend so herrlich beleuchten. Alles ist von einem Geheimnis umgeben, denn niemand weiß sicher, wie dieses Gebilde entstanden ist und welche Aussage es trifft. Nachmittags tanzen vor allem die Kinder (im Reigen) um den Pfingstenkranz und singen Lieder, die sonst weithin unbekannt sind. Oelder Kinder lernen diese Lieder bereits in Kindergarten und Grundschule, sofern Erzieher und Lehrer brauchtumsfest sind. Abends beteiligen sich an den Spielen alle, die sich jung genug dazu fühlen. Auch hier prägen die typischen Oelder Pfingstenkranzlieder wie " O Buer wat kost' ju Hei? " ; "O Bauer hast Du Geld" oder "Wir öffnen jetzt das Taubenhaus " ; "Guter Freund ich frage Dir" ; "Schön-hannchen in der Mühle" Spiel und Fest. Die 'Lieder' , hatte schon 1920 Arnold Menne erkannt, gehören zum Oelder Pfingstenkranz wie das Alleluja zum Ostertag. Belassen wir es einstweilen dabei, dass die Herkunft unseres Oelder Pfingstenkranzbrauches weitestgehend im Dunkel der Geschichte verborgen bleibt. Freuen wir uns darüber, dass uns ein höchst interessanter, dazu eigenartig schöner und sicher sehr alter Brauch erhalten blieb. Das ist mit der Verpflichtung verbunden, ihn Jahr für Jahr mit neuem Leben zu erfüllen.
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